H_Biographien

08.01.1863 in Steinheim/Höxter - 13.08.1942 im Konzentrationslager Theresienstadt

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Eltern: Moses Löwenstein und Fanni Löwenstein
Nichten: Irma Buchholz
Elsa Buchholz

 

Wohnorte: 10.10.1931 Detmold, Paulinenstr. 6
Bielefeld:
01.07.1935 Wall 9
15.05.1939 Stapenhorststr. 15

 

Laura Hallenstein hatte 1888 geheiratet, im Einwohnerbuch der Stadt Detmold von 1934 wurde sie als "Arztwitwe" eingetragen. Seit Mai 1939 lebte sie im Bielefelder Jüdischen Altersheim in der Stapenhorststraße. Am 31. Juli 1942 wurde sie von Bielefeld mit dem Transport Nr. XI/1-150 nach Theresienstadt deportiert, wo sie nur kurze Zeit überlebte.

   

QUELLEN: StdA DT MK; Minninger (1985); Beit Theresienstadt; Arolsen Archives

 

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Portrait: HALLENSTEIN, Laura, geb. Löwenstein

Laura Hallenstein
(StdA DT DT V 19 Nr. 176)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Laura Hallenstein (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Auszug aus der Korrespondenz zu Laura Hallenstein

 

geb. 14.02.1903 in Detmold

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Eltern: Hermann Hamlet, Schneidermeister und Helene Hamlet, geb. Hamlet (geb. 04.09.1872)
Stiefbruder: Rudolf Thönniges
Beruf: Stenotypistin, Büroangestellte

 

Wohnorte: Detmold:
10.10.1931 Paulinenstr. 31
01.06.1933 Bertastr. 14 bei Freitag
01.02.1939 Hornsche Str. 33 bei Levysohn
02.02.1942 Gartenstr. 6
30.03.1942 "ausgewandert mit unbekanntem Ziel"

 

Von 1909 bis 1919 besuchte Erna Hamlet das Lyzeum in Detmold. Nach ihrer Schulzeit war sie ein Jahr lang im elterlichen Haushalt beschäftigt. Bis Januar 1922 erlernte sie das Putzfach im Geschäft der Mutter und besuchte einen Handelskurs. Vom 1. Mai 1922 bis zum 1. Mai 1926 war sie als Kontoristin in der Firma Wilhelm Böhmer, Elektrobedarf tätig. Ihre Kündigung erfolgte aufgrund der schlechten Wirtschaftslage infolge der Weltwirtschaftskrise. Am 15. September 1926 trat sie eine Aushilfsstelle beim Elektrizitätswerk Wesertal als Stenotypistin an, die sie am 1. November 1926 aufgab, da die Firma Böhmer sie wieder einstellte. Wegen Arbeitsmangels wurde sie dort zum 1. Juli 1927 entlassen. Vom 17. Juni 1927 bis zum 31. August 1932 war sie als Stenotypistin in der Lippischen Landesregierung in der Abteilung des Inneren tätig. Nach einer Verwaltungsneuordnung und Stelleneinsparung wurde ihr gekündigt. Eine vorübergehende Einstellung wiederum bei der Landesregierung erfolgte am 24. Januar 1933 unter Vereinbarung einer täglichen Kündigungsfrist. Dort wurde sie am 11. März 1933 entlassen.

Am 30. März 1942 wurde Erna Hamlet von Detmold zunächst nach Bielefeld transportiert und von dort einen Tag später im Viehwaggon nach Warschau deportiert. Eine Postkarte vom Juni 1943 an die nichtjüdische Irene Hesse, Ehefrau von Ludwig Hesse, belegt, dass sie im Arbeitslager Poniatowa war und Zwangsarbeit für die Firma Walter Többens leisten musste. Ab Anfang des Jahres 1943 waren Häftlinge aus dem Warschauer Ghetto nach Poniatowa gemäß einer Vereinbarung zwischen der Firma Többens und dem SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin Odilo Globocnik deportiert worden. Hierhin war die Betriebsproduktion der Ostindustrie GmbH verlegt worden. Am 4. November 1943 wurden ca. 15.000 Juden des Arbeitslagers im Rahmen der "Aktion Reinhard" erschossen.

Erna Hamlet gilt als verschollen.

 

Ihre Mutter wurde am 28. Juli 1942 mit dem Transport XI/1-144 nach Theresienstadt verschleppt. Sie überlebte und kehrte zunächst nach Detmold in die ehemaligen "Judenhäuser" in der Hornschen Straße 33 und in die Gartenstraße 6 zurück. 1948 verließ sie die Stadt. Zunächst lebte sie in Düsseldorf-Rosenau in einem jüdischen Altersheim und zog 1949 nach Essen-Heidhausen.

   

QUELLEN: StdA DT MK ; LAV NRW OWL D1 Nr. 6141, D 100 DT Nr. 170, L 80 I Pers. Nr. 602; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 799; Arolsen Archives

WEITERE QUELLEN: LZ, 08.06.1927: Todesanzeige des Hermann Hamlet (48)
unterzeichnet: Helene und Erna Hamlet

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Mitteilung von Erna Hamlet an die Polizeiliche Meldebehörde Detmold betr. der amtlich geforderten Namensänderung, 28.12.1938 (StdA DT D 106 Detmold A Nr. 3942)

 

Dokument 2

Postkarte von Erna Hamlet an Irene Hesse vom 7.6.1943

 

Dokument 3

Auszug aus der Korrespondenz zu Erna Hamlet

 

18.10.1885 in Viersen/Mönchengladbach - 17.12.1938 im Konzentrationslager Buchenwald

Religionszu­gehörigkeit: evangelisch, Vermerk: Soll Jude sein!
Eltern: Moritz Harf und Josefine Harf, geb. Seligmann
Bruder: Louis Harf (geb. 10.07.1884)
Ehefrau (geschieden): Anna Margarete Harf, geb. Heier (geb. 02.03.1894 in Ratingen, kath.)
[Sohn: Willi Harf]
Tochter: Else-Margarete Harf
Beruf: Kaufmann, Betriebsaufseher

 

Wohnorte: Horn, Nordstr. 22
Detmold:
24.11.1934 Ernststr. 22 bei Hannemann
21.01.1935 Hornsche Str. 23 [sic] bei Hesse
01.04.1935 Freiligrathstr. 7 bei Büsse
19.06.1935 abgemeldet nach unbekannt
Vermerk: Am 15.8.35 ins Gefängnis Köln eingeliefert. 23.8.1935
Dortmund, Schützenstr. 103
Detmold:
22.07.1937 Woldemarstr. 47 bei Bley
Vermerk: Soll Bruchstr. 21 bei Rotbarth wohnen!
15.09.1937 Bruchstr. 21 bei Rotbart
Vermerke: Befindet sich z. Zt. im hies. Gerichtsgefängnis. 13.12.37
Am 10.2.1938 wird H. nach Hannover z. Verbüßung einer längeren Strafe überführt. 8.2.1938
10.10.1938 nach Hannover, Nordmannstr. 19 abgemeldet
l. Adresse Krefeld, Südwall 22

 

Vom 22. September bis 31. Oktober 1926 war Karl Harf "zur Beobachtung" in der Anstalt Lindenhaus untergebracht worden. Als Religionszugehörigkeit wird in den dortigen Unterlagen jüdisch angegeben.

Unter der Rubrik "Religion" wird er auch in den Meldeunterlagen der Stadt als "evgl." geführt, was allerdings durchgestrichen und vermerkt wurde: "Soll Jude sein!" Weitere Notizen vom 5. Juni 1935 und vom 23. August 1935 finden sich ebenfalls auf dieser Meldekarte: "Wird vom Oberstaatsanwalt Krefeld gesucht." (und dies laut Aktenzeichen offenbar seit Dezember 1934) sowie "Am 15.08.1935 ins Gefängnis Köln eingeliefert." 1935 meldete er das Gewerbe "Verkauf von Bildern von Haus zu Haus" an.

Es lassen sich zahlreiche Straftaten und die entsprechende juristische Reaktionen des NS-Staates für Karl Harf dokumentieren. Ebenso wurde der Familie Harf eine "schlechte Beleumundung" durch die Gestapo bescheinigt. Else Harf befand sich im Oktober 1943 ebenfalls in "Schutzhaft". Sie wurde als "asoziale Person" eingestuft, die 1935 bis 1938 in einer Fürsorgeerziehungsanstalt untergebracht war und die aufgrund ihres Lebenswandels eine "Gefahr für die Öffentlichkeit" darstellte.

Vom 4. bis 17. Februar 1936 war Karl Harf wegen "falscher Anschuldigung" in Haft und wurde ins Gerichtsgefängnis Paderborn überführt. Vom 25. September 1936 bis 23. Oktober 1936 war er in der Strafanstalt Anrath inhaftiert. Als Straftat wird "politisch" angegeben. Wegen "falscher Anschuldigung" war er vom 4. Januar 1937 bis 5. Februar 1937 in Untersuchungshaft und wurde in die Strafanstalt Anrath überführt. Wegen Diebstahls war er vom 22. Oktober 1937 bis zum 10. Februar 1938 wiederum in Untersuchungshaft und wurde am 10. Februar 1938 ins Gefängnis Hannover überführt. Auch dies wurde auf seiner Detmolder Meldekartei vermerkt. Am 10. November 1938 wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald (Häftlingsnummer 1683) in der Häftlingskategorie "BV-Jude"* eingewiesen. Seine Häftlingspersonalkarte, auf der als evangelisch registriert wurde, zeigt den Vermerk: "Schutzhaft angeordnet am 12.10.1938 durch Kripo Hann. Grund: Vorstrafen. Vorstrafen: 19 x Betrug, Diebstahl, Körperverl., Beleidigung ca. 6 Jahre Gefängnis, 1000.-RM Geldstrafe."

Karl Harf kam in Buchenwald um. Als offizielle Todesursache wurde "Oedema pulmonum", also ein Lungenödem angeführt.

Sein Tod wurde auch auf der Detmolder Einwohnermeldekarte vermerkt: "Verstorben am 17.12.1938 in Buchenwald b. Weima [sic] K.Lager".

 

Zu Karl Harf, bzw. zu einer Person gleichen Namens, liegen widersprüchliche Angaben vor, die sich nicht verifizieren lassen: Laut Angaben des UNRRA Central Traces Bureau vom 9. August 1946 sei Karl Harf im Juni 1939 nach Holland emigriert.

Gestapo-Unterlagen aus dem LAV NRW Rheinland, dass eine Person gleichen Namens und identischen persönlichen Daten am 2. Juni 1939 nach Argentinien ausgewandert sei.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 22 Detmold Nr. 6164, 6166 Gefangenenbuch 1936, 1937, L 107 D Nr. 1777 ; LAV NRW OWL Rheinland; Gedenkstätte Buchenwald; Arolsen Archives

WEITERE QUELLEN: LStZ, 22.10.1937: Detmold. "Betrügerischer Jude festgenommen."
LStZ, 2.12.1937: "Unverschämter Jude vor Gericht"

*Anm.: Die Abkürzung "BV" bedeutete "befristeter Vorbeugehäftling", im Lagerjargon "Berufsverbrecher". Diese Häftlingskategorie wurde mit einem grünen Winkel an der Kleidung gekennzeichnet. Häftlinge, die darüber hinaus als Juden gekennzeichnet werden sollten, erhielten zusätzlich einen gelben Winkel, der so aufgenäht wurde, dass beide Winkel einen "Davidstern" bildeten.

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Karl Harf (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Häftlingspersonalkarte von Karl Harf im KZ Buchenwald

 

Dokument 3

Effektenkarte von Karl Harf im KZ Buchenwald

 

Dokument 4

Schreibstubenkarte von Karl Harf im KZ Buchenwald

 

Dokument 5

Geldkarte von Karl Harf im KZ Buchenwald

 

Dokument 6

Todesmeldung  von Karl Harf im KZ Buchenwald

 

Dokument 7

Auszug aus den Totenbuch vom KZ Buchenwald

 

Dokument 8

Auszug aus der Korrespondenz zu Karl Harf

 

04.01.1891 in Lippstadt - 21.01.1943 im Konzentrationslager Mauthausen

Religionszu­gehörigkeit: katholisch
Ehefrau: Anna Happe, geb. Reitzau (geb. 15.10.1888 in Oker, Krs. Wolfenbüttel)
Beruf: Handelsvertreter

 

Wohnorte: 30.07.1912 Detmold, Ernststr. 25
05.06.1914 abgem. nach Bielefeld
06.09.1914 Osnabrück, Johannisstr. 58-59
Von Lemgo/Lippe Helle 22
01.08.1937 Detmold, Postweg 22 bei Strack
01.11.1937 Detmold, Hans-Hinrichs Str. 13 bei Pieper
04.08.1938 Detmold, Klüter Str. 54 bei Niggemann
Gelsenkirchen

Auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold finden sich der Vermerk vom 6.3.1939: "Ehemann 5 Jahre Ehrverlust, 3 Jahre Zuchthaus."

 

Seit März 1937 arbeitete Josef Happe zunächst in Kassel, später in Detmold als Vertreter für die Firma "Pharmazeutische Zentrale Woelzel & Eberhard GmbH" in Plauen/Vogtland. Für diese Firma vertrieb er auf Provisionsbasis auf seinen Handelsreisen durch Lippe sehr erfolgreich das von ihr hergestellte Präparat "Biosanal" durch Aufnahme von Bestellungen von Haus zu Haus. Bei diesem Präparat handelte es sich um ein nur vorgebliches, medizinisch unwirksames Arzneimittel.

Später warf ihm die Staatsanwaltschaft Detmold vor, das Präparat teilweise durch falsche und irreführende Versprechungen beworben zu haben. Zudem habe er sich als Arzt oder Heilkundiger ausgegeben, der bei potentiellen Kunden verschiedene Krankheiten "diagnostizierte", um sein Präparat als probates Mittel gegen die jeweilige Erkrankung zu empfehlen. Da Josef Happe vor seiner Verurteilung in Detmold bereits zahlreiche Vorstrafen wegen Diebstahls und Betrugs und bereits verbüßte Zuchthaus- und Gefängnisstrafen (vier Zuchthausstrafen, vierzehn Gefängnisstrafen) zu verzeichnen hatte, wurde er durch die Staatsanwaltschaft Detmold in ihrer Anklageschrift vom 23. Januar 1939 als "gemeingefährlicher Gewohnheitsverbrecher" eingestuft. Zu der Zuchthausstrafe wegen fortgesetzten Betrugs, versuchten Betrugs und Amtsanmaßung forderte sie auch die Sicherungsverwahrung für den Angeklagten. Am 30. März 1939 verurteilte das Landgericht Detmold Josef Happe wegen fortgesetzten Betrugs zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren und zu fünf Jahren Ehrverlust und ordnete seine anschließende Sicherungsverwahrung an. Die Revision des Angeklagten wurde durch das Reichsgericht Leipzig durch den Beschluss vom 25. Mai 1939 als offensichtlich unbegründet verworfen. Josef Happe wurde am 12. Juni 1939 vom Gerichtsgefängnis Detmold in das Zuchthaus Celle überführt. Ein Gnadengesuch seiner Frau wurde von der Zuchthausleitung abgelehnt. Vom Zuchthaus Celle kam er am 1. Februar 1942 in die Sicherungsanstalt Butzbach in Hessen. Am 9. Dezember 1942 wurde er der Polizei in Gießen übergeben und am 10. Dezember 1942 in das Konzentrationslager Mauthausen (Häftlingsnummer 16925) eingeliefert. Dort war er als "SV"-Häftling ("Sicherheitsverwahrung") kategorisiert. Es handelte sich hierbei um Justizhäftlinge, die auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen Reichsführer-SS Himmler und Justizminister Thierack am September 1942 in das KZ Mauthausen eingeliefert wurden. Diese Vereinbarung traf sämtliche Sicherheitsverwahrten, Juden, "Zigeuner", Russen und Ukrainer, Polen über drei Jahre Strafe, Tschechen und Deutsche über acht Jahre Strafe. Viele Nicht-Deutsche dieser Kategorie waren aus politischen Gründen in Mauthausen eingewiesen worden. Mehrere Tausend von ihnen kamen innerhalb kürzester Zeit zu Tode.

Am 19. Dezember 1942 wurde Josef Happe an das Kommando Gusen (Häftlingsnummer 6062) überstellt, wo er umkam. Als offizielle Todesursache wurde "chronische Nierenentzündung" angegeben.

 

Sein Tod wurde auch auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold vermerkt: "Verstorben am 21. Januar 1943 in Mauthausen Oberdornau."

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 21 B Nr. 2409-2412; Lars Lüking (LAV NRW OWL); Andreas Ruppert (Paderborn); KZ-Gedenkstätte Mauthausen; Arolsen Archives

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Josef Happe (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Einwohnermeldekarte von Josef und Anna Happe (StdA DT MK)

 

Dokument 3

Überstellung von Josef Happe in das KZ Gusen

 

Dokument 4

Auflistung der Toten im KZ Gusen

 

Dokument 5

Auszug aus dem Totenbuch des KZ Gusen

 

Rufname: Reimer

geb. 18.07.1910 in Hiddesen b. Detmold - 01.04.1943 im Konzentrationslager Neuengamme

Religionszu­gehörigkeit: unbekannt
Eltern: Otto Hehnke (geb. 07.07.1886 in Kronprinzen-Roog)und Emilie Hehnke geb. Sielemann (geb. 29.12.1886 in Vlotho)
Schwestern: Magdalene Hehnke (geb. 14.07.1912 in Hiddesen)
Anneliese Hehnke (geb. 10.03.1918 in Hiddesen)
Beruf: Kaufmann

 

Wohnorte: Detmold, Theodor-Heuss-Str. 43
07.07.1931 Auf Wanderschaft
14.07.1932 Reistatt Krs. Sulingen

Vermerk o. D.: Verstorben am 01.04.43 in Hamburg-Neuengamme

 

Reimer Hehnke ging verschiedenen vorübergehenden Beschäftigungen nach und war wegen Betrugsdelikten und Urkundenfälschung in den Jahren 1934 und 1937 vorbestraft.

Eine zweite längere Haftstrafe endete im Januar 1938. Eine geregelte Beschäftigung, die seinen Lebensunterhalt hätte sichern können, fand er nicht mehr. Wiederholte Betrügereien (u. a. Fälschung von Wechseln und Bürgschaftsurkunden) führten im selben Jahr zu einer erneuten Verhaftung. Die Staatsanwaltschaft Detmold klagte ihn im November 1938 als "gefährlicher Gewohnheitsverbrecher und als Betrüger im Rückfall" an.

Vom Landgericht Detmold wurde er am 12. Januar 1939 wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zudem wurde Sicherungsverwahrung angeordnet, da Reimer Hehnke als "gefährlicher Gewohnheitsverbrecher" eingestuft wurde. Die Revision des Angeklagten verwarf das Reichsgericht Celle durch Beschluss vom 20. März 1939 als offensichtlich unbegründet. Reimer Hehnke wurde am 31. März 1939 in das Zuchthaus in Celle eingeliefert. Am 4. März 1943 wurde er von dort in das KZ Neuengamme überstellt (Häftlingsnummer 17583), wo er starb. Als offizielle Todesursache wurde "Versagen von Herz und Kreislauf bei Lungenentzündung" angegeben.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 21 B Nr. 2302-2305; Lars Lüking (LAV NRW OWL); KZ-Gedenkstätte Neuengamme; Arolsen Archives

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Otto, Emilie, Reimer, Magdalene und Anneliese Hehnke (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Einwohnermeldekarte von Reimer Hehnke (StdA DT MK)

 

Dokument 3

Registrierung von Reimer Hehnke im KZ Neuengamme

 

Dokument 4

Sterbeurkunde von Reimer Hehnke

 

 

 

 

   
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