geb. 15.01.1867 in Aldenhoven/Jülich
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Hertogh Heymann und Getta Heymann, geb. Eisermann
Ehefrau: Anna (Aenne) Heymann geb. Buchholz
Kinder: Karl Walther Heymann und Edith Heymann
Beruf: Lehrer, Kantor, Prediger

 

WOHNORTE
Münster
Rheydt, Wilhelm Strater Str. 42

 

Die Meldeunterlagen der Stadt Detmold zeigen den Vermerk "Nur vorübergehend", da die Familie Heymann nur besuchsweise bei Angehörigen der Familie Buchholz in Detmold war.
Seine Erste Prüfung als Lehrer hatte Max Heymann nach dreijährigem Seminar-Besuch 1907 in Münster abgelegt, die Zweite Prüfung bestand er 1910 am katholischen Lehrerseminar in Rüthen. 1912 bekam er die Befähigung als Lehrer der Mittel- und Höheren Töchterschule in Münster, 1913 bestand er die Rektorprüfung und war als Seminarlehrer in Münster tätig. Max Heymann war Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. 1921 wurde er als Lehrer der jüdischen Volksschule, die der Synagoge angegliedert war, in Rheydt angestellt. Hier heiratete er Anna Buchholz, die im Weißwarengeschäft ihrer Tanten Amalie Buchholz und Gretchen Buchholz gearbeitet hatte. Er war führendes Mitglied des Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in Rheydt. Neben seiner Lehrertätigkeit war er zudem Kantor und Prediger an der Synagogengemeinde.
Eine Inhaftierung 1936 in Buchenwald kann nicht eindeutig nachgewiesen werden. Allerdings enthält eine Geldkarte aus dem Konzentrationslager, die auf seinen Namen ausgestellt wurde, zwar keine persönlichen Daten, zeigt aber eine Unterschrift, die der oben abgebildeten gleicht.
Seine nationaldeutsche Gesinnung veranlasste ihn, auch nach dem November-Pogrom das Angebot der verschwägerten und nach Palästina emigrierten Familie Heilbrunn auszuschlagen, seine Kinder bei sich aufzunehmen. Max Heymann lehnte es ab, das deutsche Vaterland zu verlassen, und hatte infolgedessen die ihm angebotenen Affidavits nicht angenommen. Zudem wollte er es nicht verantworten, seine Gemeinde und Schüler im Stich zu lassen.
Am 20. April 1942 meldete Max Heymann sich und seine Familie vor der Gestapo Mönchengladbach freiwillig aus nicht dokumnetierten Gründen zum Transport in den "Osten". Am 21. April 1942 wurde sie mit weiteren 95 Personen von Düsseldorf aus in das Durchgangslager Izbica deportiert. Die gesamte Familie Heymann kam um.

Das Amtsgericht Rheydt erklärte Max Heymann 1959 für tot.
Als Todesjahr wurde für ihn auf 1942 festgesetzt.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 87 Nr. 12; LATh-HStA Weimar; StdA Mönchengladbach; Uri Lev Ron (Israel); ITS

WEITERE QUELLEN: Amtsblatt, 04.11.1916:
HR (A 26), AG DT
Fa. Mathias Buchholz, Detmold
Gesamtprokura für Else Heilbrunn und Frl. Anna Buchholz

LITERATUR: Erckens (1989)

 

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Portrait: HEYMANN, Max

Aenne, Max, Walther und Edith Heymann, o.J. (StdA DT DT V 19 Nr. 176)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Geldkarte möglicherweise aus dem KZ Sachsenhausen von Max Heymann

 

   
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