14.04.1895 in Mönchengladbach - 09.10.1944 im Konzentrationslager Stutthof
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Schwester: Elsa Buchholz, geb. Hellwitz
Ehemann: Bernhard Buchholz
Kinder: Ilse Buchholz, später Devora Backschitzky (1922-2009) und Gerhart Buchholz, später Gad Eschel (1926-2017),
Tante: Laura Hallenstein
Beruf: Buchhalterin

 

WOHNORTE
Mönchengladbach
10.10.1931 Detmold, Sachsenstr. 25, eigenes Haus
01.10.1933 mit Familie nach Bielefeld, Stapenhorststr. 81 abgemeldet
l. Anschrift: Bielefeld, Ritterstr. 54

 

Am 24. Juni 1921 heiratete Irmgard Hellwitz Bernhard Buchholz. Ein Jahr später wurde ihre Tochter Ilse geboren und 1926 ihr Sohn Gerhart. 1933 zog die Familie von Detmold nach Bielefeld, in der Hoffnung, dort in größerer Anonymität leben zu können. Bernhard Buchholz wurde dort Inhaber der Lederhandlung Gottlieb Vogt in der Ritterstraße 75. Die Familie wurde am 20. Februar 1939 in das sog. Judenhaus in der Ritterstraße 57 eingewiesen. Die starke Bindung an ihr Zuhause ließ sie eine Emigration lange herauszögern.
Ihren Kindern ermöglichten Irma und Bernhard Buchholz allerdings die Auswanderung:
Ilse (später Devora Backschitzky), die bis zum Oktober 1933 das Detmolder Lyzeum besucht hatte, bevor die Familie nach Bielefeld zog, emigrierte im Rahmen der Jugendalijah im März 1939 ohne ihre Eltern und ihren Bruder nach Palästina. Durch den Besuch der Gartenbauschule Ahlem bei Hannover hatte sie sich die notwendigen Voraussetzungen für ihre Auswanderung geschaffen. Die ersten beiden Jahre in Palästina verbrachte sie in einer Gartenbauschule in Jerusalem und arbeitete bei Familien auf dem Lande. Im April 1941 zog sie in den Kibbuz Mishmarot, wo sie ihren späteren Mann Moshe Backschitzky kennenlernte. Sie arbeitete u. a. in der Kibbuzzverwaltung. Sie starb am 11. September 2009.
Gerhart (später Gad Eschel) verließ im festen Glauben, seine Eltern wiederzusehen, Anfang 1940 Deutschland, um mit einem Schiff der Kinderalijah nach Palästina zu gelangen. Die Geschwister Gerhart und Ilse lebten zunächst in einem Kibbuz in der Nähe ihres Onkels Max Heilbrunn, dessen Familie wenig früher nach Palästina hatte fliehen können. Nach einigen Jahren im Kibbuz errichtete Gad Eschel eine Orangenplantage. Bis zu seinem Tod im März 2017 lebte er in Pardes Hanna in Israel.

Irma Buchholz wurde am 13. Dezember 1941 in das Rigaer Ghetto deportiert. Als dieses aufgelöst wurde, wurde sie am 6. August 1944 durch die Sicherheitspolizei Riga in das Konzentrationslager Stutthof überführt. Dort war sie ab dem 9. August 1944 mit der Häftlingsnummer 61705 in der Kategorie "Jüdin" registriert; als Haftart wurde "Schutzhaft" und "politisch" genannt.

Irmgard Buchholz starb nach zwei Monaten. Als offizielle Todesursache wurde "Herzmuskelschwäche" angegeben.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D1 Nr. 6141, D 20 B Nr. 321, D 70 C Nr. 19, D 103 Lippe Nr. 699, 700; ThHStAW; Minninger (1985), ITS; Archiv des Museum Stutthof

WEITERE QUELLEN: LAV NRW OWL D 80 A
LZ, 12.04.1921: Verlobungsanzeige
Irma Hellwitz und Bernhard Buchholz
LZ, 25.06.1921: Vermählungsanzeige
LZ , 6.05.1922: Geburtsanzeige eines "Töchterchens" von Bernhard Buchholz
LZ, 10.12.1926: Geburtsanzeige eines Sohnes durch Bernhard und Irma Buchholz
Staatsanzeiger, 23.08.1933: HR (A 26), AG DT
Mathias Buchholz, Detmold
Prokura für Bernhard Buchholz erloschen. Ausscheiden Max Heilbrunns aus der Gesellschaft

 

zurück zur alphabetischen Namensliste       zu den Verzeichnissen
Portrait: BUCHHOLZ, Irmgard (Irma), geb. Hellwitz

Irma Buchholz mit Ilse Buchholz
(StdA DT DT V 19 Nr. 175)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Bernhard, Irma, Ilse und Gerhard Buchholz (StdA DT MK)

 

Dokument 1

Registrierung von Irma Buchholz im KZ Stutthof

 

Dokument 2

Auszug aus der Korrespondenz zu Irma Buchholz

 

   
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Zur Datenschutzerklärung Ok Ablehnen