geb. 22.04.1887 in Wickede Krs. Dortmund
Religionszugehörigkeit: jüdisch
1. Ehefrau: Elise Steinweg, geb. Kaufmann (18.10.1887 - 02.11.1940)
Sohn: Leo Steinweg (geb. 06.02.1914 in Dortmund)
Schwiegertochter: Elise Toni Steinweg, geb. Soesmann (geb. 12.08.1916 in Haustenbeck)
2. Ehefrau: Erna Steinweg, gen. Friedländer, verw. Falk, geb. Joseph
Beruf: Stuckateur, Produktenhändler, Inh. eines Autoschrottplatzes

 

WOHNORTE
Detmold:
bis 1929 Krumme Str. 37
10.10.1931 Siegfriedstr. 71
01.07.1932 Krumme Str. 28 bei Cons. Verein
01.08.1935 Annastr. 81 bei Becker
22.12.1936 Hornsche Str. 33 bei Wwe. Levysohn
10.12.1941 "nach Riga abgemeldet"

Auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold findet sich der Vermerk "Beide Großelternteile waren Volljuden".

 

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Wilhelm Steinweg eine Lehre als Stuckateur. In diesem Beruf war er bis 1931 tätig. Danach betrieb er einen Autoschrottplatz in der Arminstraße 25. Das Geschäft wurde von ihm, seinem Sohn und seinem Cousin Georg Grüneberg betrieben. In der Detmolder Krummen Straße waren laut Zeugenaussage nicht nur seine Privatwohnung, sondern auch ein Altwarenhandel sowie Annahmestelle und Büro. Er hatte ab 1931 zwei Mitarbeiter, die für ihn Handel trieben. Diese fuhren mit Fahrrädern über Land und kauften Rohprodukte, die Wilhelm Steinweg abholte. 
1940 starb seine erste Frau, die vom katholischen zum jüdischen Glauben übergetreten war. Am 1. Mai 1941 heiratete er Erna Friedländer, die zunächst als Haushälterin für ihn arbeitete.
Während des November-Pogroms wurde er verhaftet (als "Grund" wurde "Judenaktion vom 10.11.38" angegeben) und in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert (Häftlingsnummer 29016). Dort war er laut Häftlingspersonalkarte bis zum 20. November 1938 inhaftiert. Weitere Quellen nennen hingegen den 29. November 1938 als Entlassungstag.
Ein Lagerraum seines Geschäftes wurde während dieser Ausschreitungen zerstört. Auch er musste nach der Reichspogromnacht seiner Firma liquidieren. Von 1939 bis 1941 musste er Zwangsarbeit bei der Firma Lauermann in Detmold leisten.
Wilhelm Steinweg wurde am 10. Dezember 1941 zusammen mit seiner Frau über Bielefeld nach Riga deportiert. Dort verlieren sich seine Spuren.
Er wurde 1955 vom Amtsgericht Detmold für tot erklärt. Als amtliches Todesdatum wurde der 31. Dezember 1945 festgesetzt.

Sein Sohn Leo galt als sog. Halbjude bzw. "jüdischer Mischling" und war von 1929 bis 1931 Auszubildender beim Kaufhaus Alsberg & Co. Er heiratete am 6. oder 8. März 1938 Toni Soesmann aus Haustenbeck. Nach dem November-Pogrom war er vom 12. bis 23. November 1938 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Zusammen mit seiner Frau wanderte er am 28. März 1939 nach Argentinien aus und lebte dort in San Fernando.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D1 Nr. 6141, D 20 B Nr. 762, D 103 Lippe Nr. 595, 596, 793; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 595; LATh-HStA Weimar; ZA B 1/34 Nr. 853, 857, 1077; ITS

WEITERE QUELLEN: LAV NRW OWL D 2 C Nr. 104,106; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 596 (betr. Leo Steinweg)
LZ, 16.12.1924: Geschäftseröffnungsanzeige des W. Steinweg, Detmold
Staatsanzeiger, 28.04.1926: Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Wilhelm Steinweg, Detmold
LStZ, 07.07.1935: Detmold. "Jüdische Frechheiten"

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Wilhelm, Elise, Leo und Erna Steinweg(StdA DT MK)

 

Dokument 2

Häftlingspersonalkarte von Wilhelm Steinweg

 

Dokument 3

Geldkarte von Wilhelm Steinweg im KZ Buchenwald

 

   
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