P_Biographien

geb. 21.11.1879 in Cappel bei Blomberg
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Jacob Paradies (24.09.1842 in Cappel - 04.12.1893 in Cappel, Viehhändler) und
Fanny Paradies, geb. Hamlet (30.01.1855 in Heiden - 15.04.1935 in Detmold)
Geschwister: Helene Paradies (21.10.1878 in Cappel - 03.10.1901 in Detmold), Pauline (Paula) Paradies, Sella Paradies, Meta Neufeld, geb. Paradies, Julius Paradies
1. Ehefrau: Frieda Paradies, geb. Cohen (23.02.1889 in Kalkar -12.01.1922 in Kalkar)
Tochter von Aron Albert und Frieda Paradies: Hannah Paradies (geb. 08.01.1922 in Kalkar)
2.Ehefrau: Johanna Paradies, geb. Windmüller (geb. 13.08.1888 in Schlitz)
Tochter von Aron Albert und Johanna Paradies: Sella Helga Paradies (geb. 08.04.1924 in Düsseldorf)
Beruf: Fernsprechtechniker

 

WOHNORTE
Düsseldorf:
vor 1939 Grafenberger Allee 78
Düsseldorf, Aderstr. 8
09.08.1940 Detmold, Hornsche Str. 33 bei Paradies
12.08.1940 nach Düsseldorf, Aderstr. 8 abgemeldet

 

Aron Albert Paradies war lediglich wegen eines Verwandtenbesuches in Detmold gemeldet. Am 10. November 1941 wurde er von Düsseldorf nach Minsk deportiert. Er gilt als verschollen.

Seine Frau Johanna und seine Tochter Sella Paradies wurden ebenfalls nach Minsk deportiert und gelten als verschollen.
Seiner Tochter Hannah Paradies gelang die Emigration nach Palästina.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 72 Staercke Nr. 18, D 87 Nr. 9; Archiv der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf; Jacob Wolff (Israel)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Aron Albert Paradies (StdA DT MK)

 

 

geb. 21.12.1887 in Cappel bei Blomberg
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Jacob Paradies (24.09.1842 in Cappel - 04.12.1893 in Cappel) und Fanny Paradies, geb. Hamlet (30.01.1855 in Heiden - 15.04.1935 in Detmold)
Geschwister: Helene Paradies (21.10.1878 in Cappel - 03.10.1901 in Detmold), Aaron Albert Paradies (geb. 21.11.1889 in Cappel), Pauline (Paula) Paradies (geb. 22.08.1881 in Cappel), Meta Neufeld, geb. Paradies (geb. 04.02.1885 in Cappel)
Ehefrau: Flora Lotte Paradies, geb. Löwenstein (15.12.1884 in Artern/Thüringen - 11.02.1976 in Haifa), Krankenschwester
Kinder: Hans Jacob Paradies (08.05.1914 in Rohrbach - 24.11.1982 in Israel), Ilse Emma Paradies (geb. 13.07.1917 in Mannheim), Edith Helene Paradies (geb. 13.07.1917 in Mannheim)
Beruf: Kaufmann, Bankier

 

WOHNORTE
Detmold
1909 Mannheim L.12.10
Detmold:
29.07.1940 Hornsche Str. 33 bei Paradies
12.08.1940 mit Frau nach Mannheim, L.12.10 abgemeldet

 

1909 zog Julius Paradies von Detmold nach Mannheim, wo er als Bankbeamter gemeldet war. Ab 1912 war er bei der Süddeutschen Bank tätig. Bereits am 1. August 1914 zum Militär eingerückt, kehrte er erst am Ende des Ersten Weltkrieges zurück. Am 12. Juni 1915 hatte Julius Paradies Flora Lotte Löwenstein geheiratet. Neben einem bereits 1914 geborenen Sohn hatte das Ehepaar 1917 Zwillingstöchter, die 1917 geboren wurden. Von Februar bis September 1918 lebte Flora Paradies mit den Kindern in Detmold.
Nach dem Krieg arbeitete Julius Paradies wieder bei der Süddeutschen Bank, wo er 1939 ausschied. Mit der anlässlich seines Ausscheidens gezahlten Abfindung beteiligte er sich an einer Mannheimer Bleistiftfabrik, die jedoch 1934 liquidiert werden musste. Von 1936 bis 1938 betrieb er nochmals ein eigenes Handelsgeschäft, allerdings mit nur geringem wirtschaftlichen Erfolg.
Vom 11. November 1938 bis 22. Dezember 1938 wurde Julius Paradies in Dachau in sog. Schutzhaft (Häftlingsnummer 20774) genommen. Nach seiner Rückkehr arbeitete er bis zur Deportation der Mannheimer Juden am 22./23. Oktober 1940 als Leiter der Auswanderungsabteilung des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Mannheim. Seinen Kindern gelang in den Jahren zuvor die Flucht.
Julius Paradies wurde am 22. Oktober 1940 nach Frankreich deportiert und wurde in den Lagern Gurs, Récébédou und Nexon interniert. Am 27. Februar 1943 wurde er von Gurs nach Drancy verschleppt und von dort am 4. März 1943 in das Vernichtungslager Majdanek deportiert. Dieser Transport legte laut Informationen des Staatlichen Museums in Majdanek nur einen kurzen Halt ein, um dann in das Vernichtungslager Sobibor weitergeleitet zu werden.

Julius Paradies wurde vom Amtsgericht Detmold 1953 für tot erklärt. Als offizieller Todeszeitpunkt wurde der 31. Dezember 1945 festgesetzt.

Seine Frau Flora überlebte die Lager Recébédou, Nexon und Masseube und konnte 1946 nach Palästina auswandern. Zwischen 1952 und 1954 war sie für einige Monate in Mannheim, bevor sie im Oktober 1954 endgültig nach Haifa zog. Dort starb sie hoch betagt.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 72 Staercke Nr. 18, D 87 Nr. 9; Jacob Wolff (Israel); ITS; Mémorial de la Shoah; KZ-Gedenkstätte Dachau; Staatliches Museum Majdanek; Pyrenées-Atlantiques Services Départemental des Archives; StdA Mannheim

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Julius und Flora Paradies (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Auszug aus der Korrespondenz zu Julius Paradies

 

11.09.1875 - 13.11.1942 im Konzentrationslager Theresienstadt
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Abraham Plaut und Emilie Plaut, geb. Cohen
Geschwister: Antonia (Toni) Saphra, geb. Plaut, Joseph Plaut, Hermann Plaut, Ella Plaut, Amalie (Mali) Plaut, Manfred Plaut
Ehefrau: Martha Plaut, geb. Story (11.10.1886 - 29.12.1942 im Konzentrationslager Theresienstadt)
Tochter: Paula Asch, geb. Plaut
Beruf: Lehrer

 

WOHNORTE
16.04.1896 Detmold, Mühlenstr. 11
23.04.1896 abgemeldet [Osann.] bei Trier
03.05.1897 Detmold, Mühlenstr. 11
21.09.1897 abgem. Beringhausen
06.07.1920 Hameln, Ostertorwall 35
Hameln, Heinrichstr. 1
1926-1937 Recklinghausen
11.10.1937 Berlin NW 87, Solinger Str. 6

 

Von 1885 bis 1892 war Siegfried Plaut Schüler des Leopoldinum in Detmold und wurde, der jüdischen Religion und Tradition tief verbunden, Lehrer an jüdischen Einrichtungen. So lehrte er von 1922 bis 1926 an der jüdischen Schule in Hameln und arbeitete bis 1937 ebenfalls als Lehrer an der Israelitischen Volksschule in Recklinghausen, Am Steintor (heute Rabbi-Selig-Auerbach-Haus), wo sich auch seine Wohnung befand. Auch seine Tochter Paula wählte den Lehrerberuf und besuchte das jüdische Lehrerinnenseminar in Köln. Siegfried und Martha Plauts letzter Wohnort war Berlin. Von dort wurden er zusammen mit seiner Frau am 29. September 1942 mit dem Transport I/70 nach Theresienstadt deportiert. Dort überlebte Siegfried Plaut nur wenige Wochen. Laut Todesfallanzeige des dortigen Ältestenrates strab er an einem Darmkatarrh.
Martha Plaut kam ebenfalls in Theresienstadt um.

Nahezu seine gesamte Herkunftsfamilie und auch seine Tochter wurden durch den NS-Terror ins Exil getrieben, wo sie überlebten. Weitere Verwandte kamen in Auschwitz und Theresienstadt um. Joseph Plaut hingegen kehrte zurück nach Detmold und setzte seine Karriere fort.

   

QUELLEN: StdA DT MK; StdA Hameln; Gedenkbuch Recklinghausen; Beit Theresienstadt; ITS; www.holocaust.cz

LITERATUR: Heinen (2004), Mitschke-Buchholz (2013)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Siegfried Plaut (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Todesfallanzeige für Siegfried Plaut, Theresienstadt 13.11.1942 (Nationalarchiv Prag HBMa, Inv. Nr. 2956 - digitalisiert von der Theresienstädter Initiative, Prag)

 

 

geb. 22.08.1881 in Cappel bei Blomberg
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Eltern: Jacob Paradies (24.09.1842 in Cappel - 04.12.1893 in Cappel), Viehhändler und
Fanny Paradies, geb. Hamlet (30.01.1855 in Heiden - 15.04.1935 in Detmold)
Geschwister: Helene Paradies (21.10.1878 in Cappel - 03.10.1901 in Detmold), Aron Albert Paradies, Sella Paradies, Meta Neufeld, geb. Paradies, Julius Paradies
Tochter: Sella Wolff, geb. Paradies (22.08.1883 in Cappel - 24.02.1926 in Herford),  Geschäftsinhaberin, Putzmacherin
Ehemann von Sella Wolff: Moses (Martin) Wolff (25.06.1891 in Culm/Westpreußen - 1942 in Shanghai), Kaufmann
Söhne von Sella und Jacob Wolff: Jacob Heinz Wolff (geb. 30.04.1920 in Detmold) und Seew Fritz Moritz Wolff (17.04.1923 in Herford - 13.01.1978 in Israel)
Beruf: Geschäftsinhaberin, Putzmacherin

 

WOHNORTE
Detmold:
Krumme Str. 20
Lange Str. 33 (Geschäft)
10.10.1931 Krumme Str. 20
18.10.1939 Hornsche Str. 33 bei Levysohn
27.03.1942 "abgemeldet nach unbekannt"

 

Paula Paradies wuchs in Cappel bei Blomberg auf und ging auch dort zur Schule. Sie betrieb in Detmold in der Langen Straße 33 einen Hutsalon, der in den 1920er Jahren zu den renommierten Geschäften in Detmold zählte.
Bereits zu Beginn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft war sie Drangsalierungen und nicht nur wirtschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt. So musste sie spätestens 1935 ihren Betrieb aufgeben. Versuche mancher Kunden, privat auch weiterhin den Kontakt zu ihr aufrecht zu halten, wurden von der Gestapo erfolgreich unterbunden. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie daraufhin für nur kurze Zeit mit der Vertretung von Kaffee und Schokolade. Sie gehörte später zu den jüdischen Fürsorgeempfängerinnen, deren Unterstützung mit Wirkung vom 1. Juni 1939 durch den NS-Staat gestrichen wurde. Sie war sog. Pensionsmutter für einige jüdische Schülerinnen aus der Schule in der Gartenstraße 6.
Am 30. März 1942 wurde Paula Paradies nach Warschau deportiert.
Sie gilt als verschollen.

   

QUELLEN: StdA DT MK ; LAV NRW OWL D 72 Staercke Nr. 18, D 87 Nr. 9,15; Jacob Wolff (Israel); ZA B 1/34 Nr. 778, 842, 847, 853, 856

WEITERE QUELLEN: LAV NRW OWL D 87 Nr. 9, LZ , 16.04.1935: Todesanzeige der Fanny Paradies, geb. Hamlet
unterzeichnet: Paula Paradies

LITERATUR: Bräuer (2000), Müller (1992), Müller (2008)



 

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Portrait: PARADIES, Pauline (Paula)

Paula Paradies (Ausschnitt), o.J. (StdA DT DT V 19 Nr. 176)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Fanny und Paula Paradies (StdA DT MK)

 

 

25.12.1856 in Rahden/Minden - 25.10.1942 im Konzentrationslager Theresienstadt
Religionszugehörigkeit: jüdisch
Ehemann: Gustav Plaut
Beruf: Rentnerin

 

WOHNORTE
Detmold:
10.10.1931 Emilienstr. 15
18.10.1939 Gartenstr. 6 bei Leffmann
28.07.1942 "nach Theresienstadt abgemeldet"

Auf der Einwohnermeldekarte der Stadt Detmold findet sich der durchgestrichene Vermerk beide Großelternteile waren Volljuden".

 

Mit ihrem Ehemann Gustav Plaut betrieb Sophie Plaut ein Ledergeschäft. Sie wohnte bereits in der Gartenstraße 6, einem der Detmolder sog. Judenhäuser, bevor dort auch das jüdische Altersheim eingerichtet wurde. Am 28. Juli 1942 wurde Sophie Plaut hoch betagt mit den anderen Bewohnern von dort über Bielefeld mit dem Transport Nr. XI/1-407 nach Theresienstadt deportiert, wo sie nur wenige Monate überlebte. Laut Todesfallanzeige des dortigen Ältestenrates starb sie an einer Lungenentzündung.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D 72 Staercke Nr. 18, L 113 Nr. 849; ITS; www.holocaust.cz

WEITERE QUELLEN: Amtsblatt, 06.03.1901: Gütertrennung zwischen Gustav und Sophie Plaut (geb. Rosenbaum), zudem Eintragung eines Ledergeschäftes auf Gustav Plaut. Prokura für Ehefrau
LZ, 20.01.1917:Todesanzeige der Jette Rosenbaum (87), geb. Laufer
unterz.: Sophie Plaut, Wolff Goldschmidt

LITERATUR: Müller (1992), Müller (2008)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Sofie Plaut (StdA DT MK)

 

Dokument 1

Todesfallanzeige für Sarchen (Sophie) Plaut, Theresienstadt 25.10.1942 (Nationalarchiv Prag HBMa, Inv. Nr. 2956 - digitalisiert von der Theresienstädter Initiative, Prag)

 

Dokument 3

ITS-Karteikarte von Sophie Plaut-Zentrale Namenkartei, 0.1-108425988-ITS Digital Archive, Bad Arolsen

 

Dokument 4

Auszug aus der Korrespondenz zu Sophie Plaut-Korrespondenz

 

   
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