L_Biographien

21.01.1907 in Schlitz - 11.10.1944 im Konzentrationslager Theresienstadt

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Eltern: Julius Linz (02.12.1873 - 24.02.1949) und Emma Linz, geb. Ries (31.03.1876 - 08.02.1949)
Schwestern: Sophie Linz und Doris Linz
Beruf: kaufmännische Angestellte

 

Wohnorte: Wohnorte:
Schlitz/Lauterbach
Detmold:
29.12.1936 Paulinenstr. 10 bei Hirschfeld
03.01.1938 Sachsenstr. 4 bei Ries
28.07.1942 "nach Theresienstadt abgemeldet"

 

Nach dem Besuch der höheren Schule absolvierte Margarete Linz eine kaufmännische Lehre in Eldagsen/Hannover. Im Textilgeschäft ihrer Eltern in Schlitz war sie als kaufmännische Angestellte tätig. 1937 mussten diese das Geschäft aufgeben.

Mit dem Transport Nr. XI/1-288 wurde Margarete Linz zusammen mit ihren Eltern am 28. Juli 1942 über Bielefeld nach Theresienstadt deportiert, wo sie nach zwei Jahren umkam.

Ihre Eltern überlebten und kehrten nach Detmold zurück, wo beide vier Jahre nach Kriegsende starben.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL D1 Nr. 6141, D 103 Nr. 767, L 113 Nr. 849; KAL K2 Detmold/Lemgo BEG Nr. 767; Beit Theresienstadt; Arolsen Archives

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Julius, Emma und Margarete Linz (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Mitteilung von Margarete Linz an die Polizeiliche Meldebehörde Detmold betr. der amtlich geforderten Namensänderung, 29.12.1938 (StdA DT D 106 Detmold A Nr. 3942)

 

Dokument 3

Karteikarte von Margarete Linz in Theresienstadt

 

24.11.1892 in Ottenhausen/Höxter - 26.02.1941 im Konzentrationslager Dachau

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Eltern: Moses Löwenstein und Jeanette Löwenstein, geb. Scheurenberg
Beruf: Kaufmann

 

Wohnorte: Ottenhausen Nr. 24/Höxter
20.09.1933 Detmold, Ernststr. 24 bei Stock
23.11.1933 nach Hannover, Krankenhaus I abgemeldet

 

Die Meldeunterlagen der Stadt weisen Bernhard Löwenstein als "Kaufmann jetzt Hilfsarbeiter" aus. Am 9. November 1933 beantragte er einen Reisepass, um nach Holland auswandern zu können. Die Stadtverwaltung Stadtoldendorf meldete Bedenken an, da man dort vermutete, er wolle sich der Unterhaltspflicht gegenüber seiner geschiedenen Frau und drei Kindern entziehen.

Am 5. Mai 1934 wurde er durch das Amtsgericht Hannover wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Am 27. November 1934 folgte eine Verurteilung ebenfalls durch das Amtsgericht Hannover wegen Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis. Am 23. Dezember 1935 verurteilte ihn das Amtsgericht Hannover zu zwei Monaten Gefängnis wegen Begehung von Unterlassung, wobei die zu Last gelegte Straftat nicht näher erläutert wird, und wegen Bettelns.

Im Mai 1938 befand sich Bernhard Löwenstein wiederum wegen Bettelns im Untersuchungsgefängnis Bremen in Untersuchungshaft. Am 22. Juni 1938 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen (Häftlingsnummer 4930, Kategorien "asozialer Jude" bzw. "arbeitsscheuer Jude") überstellt. Ein tätlicher Angriff während der Untersuchungshaft auf einen Strafanstaltswachtmeister, den Löwenstein selbst abstritt, führte am 28. Juni 1938 zu einer Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, wobei betont wurde, dass Löwenstein Jude sei, "verstockt leugne" und zur Brechung seines Widerstandes "erhebliche Prügel", die nicht "dem Strafensystem" angehörten, bezogen habe. Die Haftstrafe verbüßte Bernhard Löwenstein in Berlin-Spandau. Ein Brief, den er aus dem Gefängnis an seine Angehörigen schrieb, dokumentiert nicht nur seine verzweifelte Lage insgesamt, sondern belegt auch, dass ihm unmissverständlich klar gemacht worden war, dass er ohne die Aussicht auf Auswanderung nicht entlassen werden würde.

Von Sachsenhausen wurde Bernhard Löwenstein am 2. September 1940 in das Konzentrationslager Dachau (Häftlingsnummer 17026, Haftkategorie Arbeitszwang, Jude) deportiert, wo er etwa ein halbes Jahr später starb. Als offizielle Todesursache wurde "Versagen von Herz und Kreislauf" angegeben.

   

QUELLEN: StdA DT MK; LAV NRW OWL L 80 Ie Gr. IV Tit. 3 Nr. 43 ; Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen; KZ-Gedenkstätte Dachau; Arolsen Archives

 

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Portrait: LÖWENSTEIN, Bernhard

Bernhard Löwenstein, o.J. (StdA DT DT V 19 Nr. 176)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Bernhard Löwenstein (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Urteil Bernhard Löwenstein, Seite 1

 

Dokument 3

Urteil Bernhard Löwenstein, Seite 2

 

Dokument 4

Urteil Bernhard Löwenstein, Seite 3

 

Dokument 5

Strafvollstreckungsdokumente Bernhard Löwenstein

 

Dokument 6

Strafvollstreckungsdokumente Bernhard Löwenstein

 

Dokument 7

Brief aus dem Gefängnis von Bernhard Löwenstein, 1.1.1939

 

Dokument 8

Brief aus dem Gefängnis von Bernhard Löwenstein, 1.1.1939

 

Dokument 9

Geldkarte aus dem KZ Dachau von Bernhard Löwenstein

 

Dokument 10

Sterbeurkunde von Bernhard Löwenstein

 

30.07.1917 in Detmold - 28.03.1945 in der Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus

Religionszu­gehörigkeit: evangelisch
Eltern: Rudolf Lükermann (16.07.1891- 20.03.1945) und Anna Lükermann, geb. Hohmeyer (geb. 26.04.1892 in Holzhausen/Horn) und Rudolf Lükermann (16.07.1891 in Berlebeck - 20.03.1945)
Geschwister: Rudolf Lükermann (geb. 02.06.1919 in Detmold)
Hans Lükermann (geb. 04.07.1926 in Detmold)
Margarete Lükermann
Beruf: Haustochter

 

Wohnorte:

Detmold:
1917 Feldmark I Nr. 34, später Sporkweg 14
01.04.1922 Meiersfelderstr. 132
15.12.1924 Lange Str. 73
26.12.1925-08.07.1926 Werrestr. 14 (heute: Georg-Weerth-Str., überbaut durch Gebäude des Grabbe-Gymnasiums)
10.10.1931 Küster-Meyer-Platz 14, auch: 12
Werrestr. 12
29.04.1935 nach Eben Ezer bei Lemgo abgemeldet (Heil- und Pflegeeinrichtung Eben-Ezer)

 

Anneliese Lükermann war die älteste der vier Kinder. Als Kleinkind erkrankte sie vermutlich infolge von Impfkomplikationen, die zu geistigen Einschränkungen führten. Zunächst wurde sie noch regulär eingeschult, besuchte jedoch nach zwei Jahren die sog. Hilfsschule. Im Mai 1935 wurde sie in der Heil- und Pflegeeinrichtung Eben-Ezer aufgenommen. Die Ferien verbrachte sie zu Hause bei ihrer Familie. Trotz ihrer Erkrankung war sie in der Lage zumindest zeitweilig zu arbeiten. Von einer Sterilisierung wurde abgesehen, da der Leitende Arzt der Stiftung, Dr. Max Fiebig, der Meinung war, diese erübrige sich aufgrund ihrer Erkrankung und deren Folgen. Obwohl die Verlaufsdokumentation nur unvollständig ist, belegt diese dennoch, dass Anneliese Lükermann im August 1944 "einen sehr hinfälligen Eindruck" machte, an Gewicht verloren hatte und bettlägerig war.

Schwer krank und geschwächt wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus eingeliefert, wo sie starb. Ihr Sterben und auch ihr Tod wurden durch rasseideologisch motivierte Vernachlässigung, Mangelernährung, medizinische Fehl- bzw. Unterversorgung für psychisch Kranke und Menschen mit Behinderungen herbeigeführt.

Ihr Zustand wurde in den Verlaufseinträgen der Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus nicht weiter kommentiert. Ungeklärt blieb, wie der behandelnde Arzt zu Anneliese Lükermanns Todesursache kam, denn eine Sektion war nicht vorgenommen worden. Es findet sich lediglich folgender Verlaufseintrag des Lindenhauses: "Am 28.3.1945 an Lungenembolie gestorben." Anneliese und auch ihre Schwester Margarete Lükermann starben kurz vor dem Ende des Krieges. Ihre Mutter war einige Wochen zuvor von den Behörden gedrängt worden, eine Erklärung zu unterzeichnen, dass sie mit dem "Gnadentod" ihrer beiden Töchter einverstanden sei.

   

QUELLEN: StdA DT MK
LITERATUR: Hanrath (1998), Bott (2001), Müller (1998a)

 

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Portrait: LÜKERMANN, Anneliese

Anneliese, Anna mit Margarete, Rudolf sen. mit Hans und Rudolf jun., o.J. (StdA DT DT V 19 Nr. 177)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte für die Familie Lükermann (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Einwohnermeldekarte für die Familie Lükermann (StdA DT MK)

 

Dokument 3

Einwohnermeldekarte von Anneliese Lükermann (StdA DT MK)

 

geb. 30.08.1934 in Borgholz/Warburg

Religionszu­gehörigkeit: jüdisch
Eltern: Albert Löwenstein (geb. 22.02.1889) und Hildegard Löwenstein, geb. Stamford (geb. 10.01.1903)
Beruf: Schüler

 

Wohnorte: Borgholz/Warburg, Adolf Hitler Str. 12
08.09.1941 Detmold, Gartenstr. 6 bei Flatow
03.12.1941 nach Borgholz/Westfalen abgemeldet

 

Edgar Löwenstein war Schüler der jüdischen Schule in der Gartenstraße 6 in Detmold. Nach Borgholz zurückbeordert, wurde er zusammen mit seinen Eltern am 13. Dezember 1941 nach Riga deportiert. Edgar und Albert Löwenstein wurden für tot erklärt.

 

Das amtliche Todesdatum wurde auf den 8. Mai 1945 festgesetzt.

Seine Mutter Hildegard Löwenstein gilt als verschollen.

   

QUELLEN: StdA DT MK

LITERATUR: Mitschke (1994), Müller (1992), Müller (2008), Raveh (1986)

 

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DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte von Edgar Löwenstein (StdA DT MK)

 

04.07.1926 in Detmold - 20.03.1945 in der Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus

Religionszu­gehörigkeit: evangelisch
Eltern: Anna Lükermann, geb. Hohmeyer (geb. 26.04.1892 in Holzhausen/Horn) und Rudolf Lükermann (16.07.1891 in Berlebeck -20.03.1945), Oberwachtmeister in der Strafanstalt
Geschwister: Anneliese Lükermann
Rudolf Lükermann (geb. 02.06.1919 in Detmold)
Hans Lükermann (geb. 04.07.1926 in Detmold)

 

Wohnorte: 1926 Detmold, Werrestr. 14 (heute: Georg-Weerth-Str., überbaut durch Gebäude des Grabbe-Gymnasiums)
10.10.1931 Küster-Meyer-Platz 14, auch: 12
Werrestr. 12
13.04.1943 nach Eben Ezer/Lemgo (Heil- und Pflegeeinrichtung Eben-Ezer)

 

Margarete Lükermann erkrankte laut Angaben ihrer Mutter im Alter von vier Monaten an einer Hirnhautentzündung, die zu einer geistigen Einschränkung führte. Im April 1943 wurde sie in die Heil- und Pflegeeeinrichtung Eben-Ezer eingeliefert. Sie war stark untergewichtig, schwer krank und war laut Eintrag aus dem Jahre 1944 "bis zum Skelett abgemagert".

Derart unterversorgt und krank kam sie in die Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus, wo sie am 20. März 1945 laut Verlaufseintragung "im Reinigungsbade [...] offenbar einen Zustand von Herzschwäche bzw. Lähmung erlitten" hatte und "dann gestorben" war. Mangelnde Hygiene und Pflege, unzureichende Ernährung und medikamentöse Fehl- oder Unterversorgung sowie rasseideologisch motivierte und gesellschaftlich akzeptierte Unterlassungen hatten diesen Zustand herbeigeführt.

Wie ihre Schwester Anneliese starb Margarete Lükermann kurz vor dem Ende des Krieges. Am selben Tag wie Margarete starb auch ihr Vater. Ihre Mutter war noch wenige Wochen zuvor durch die Behörden zur Unterschrift einer Erklärung gedrängt worden, in der sie ihr Einverständnis mit dem "Gnadentod" ihrer Töchter geben sollte.

   

QUELLEN: StdA DT MK
LITERATUR: Hanrath (1998), Bott (2001), Müller (1998a)

 

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Portrait: LÜKERMANN, Margarete

Anneliese, Anna mit Margarete, Rudolf sen. mit Hans und Rudolf jun., o.J. (StdA DT DT V 19 Nr. 177)

 

DOKUMENTE

 

Dokument 1

Einwohnermeldekarte für die Familie Lükermann (StdA DT MK)

 

Dokument 2

Einwohnermeldekarte für die Familie Lükermann (StdA DT MK)

 

Dokument 3

Einwohnermeldekarte von Margarete Lükermann (StdA DT MK)

 

   
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